Gesetzliche Pflegeversicherung

Zahn der Pflegebedürftigen in Zukunft

Gute Nachricht zu erst

Wir leben immer länger

Hoher Lebenstandard, gute Versorgung und medizinischer Fortschritt läßt ein immer höheres Alter zu.

Die innovativste Medizin garantiert jedoch nicht, daß Senioren auch im hohen Alter gesund bleiben. Mit steigendem Alter steigt die Eintrittswahrscheinlichkeit auf die Hilfe Dritter angewiesen zu sein. So benötigt fast jeder dritte ab dem 80 Lebensjahr fremde Hilfe im Alltag.

Da die Bevölkerung grundsätzlich altert, steigt die Zahl der Pflegefälle stetig an. Bis zum Jahr 2050 werden über 4 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig sein.

Was viele nicht wissen

Jedes Jahr 23.000 Euro zuzahlen

Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung stellen eine “Teilkasko”-Versicherung dar. Kosten für ambulante oder stationäre Pflegedienstleistungen können nur zum geringen Teil gedeckt werden. So entstehen den Betroffenen hohe Zuzahlungen, die oft das Budget überfordern. Oft fehlen im Pflegefall monatlich € 1.000 bis € 2.000 , um ausreichende Pflege garantieren zu können. Sofern die Kosten für die Pflege durch den Pflegebedürftigen nicht gedeckt werden können, so werden Familienangehörige finanziell herangezogen. So kann es in kurzer Zeit passieren, dass Vermögenswerte der Familienangehörigen liquidiert werden müssen, um die Pflegedienstleistung zu finanzieren.

Welche Pflegestufen gibt es?

Darstellung der Pflegestufen in der gesetzlichen Pflegeversicherung

Grundsätzlich wird bei der Feststellung der Pflegestufe auf den Umfang des Hilfsbedarfs des Pflegebedürftigen abgestellt. Die Höhe der Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung resultiert aus der Zuordnung zur jeweiligen Pflegestufe. Die Feststellung der Pflegebedürftigkeit erfolgt auf Antrag bei der Krankenkassen und wird durch den medizinischen Dienst für gesetzlich Krankenversicherte oder durch MediProof GmbH für Privatversicherte durchgeführt.

Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung

Entsprechend der festgestellten Pflegestufe stellt die gesetzliche Pflegeversicherung dem Betroffenen Pflegesachleistungen, Pflegegeld, Kombinationsleistungen, Leistungen für Kurzzeitpflege und Tages-und Nachtpflege zur Verfügung. Diese Leistungen reichen aber oft nicht aus, um ausreichende Versorgung sicherzustellen.

Pflegesachleistungen

Pflegebedürftige erhalten im Falle der Pflege im eigenen Haushalt Pflegesachleistungen. Die Pflegesachleistungen werden durch offiziell zugelassene Pflegedienste zur Verfügung gestellt und beinhalten Unterstützung bei der Grundpflege (Körperpflege, Nahungsaufnahme, Mobilität) und hauswirtschaftliche Besorgungen.

Pflegegeld

Es besteht die Möglichkeit sich statt für die Pflegesachleistungen für das Pflegegeld zu entscheiden. Pflegebedürftige, die von Freunden, Nachbarn oder Angehörigen zu Hause betreut werden, erhalten monatlich Pflegegeld. Die Höhe des Pflegegeldes ist von der Einstufung in die jeweilige Pflegestufe abhängig.

Kombinationsleistungen

Kombinantionsleistungen bestehen aus Pflegesachleistungen und dem Pflegegeld. Im Falle, dass der Höchstbetrag für Pflegesachleistungen an einen Pflegedienst nicht vollständig aufgebraucht wird, so kann die gesetzliche Pflegeversicherung ein anteiliges Pflegegeld zur Verfügung stellen. Der Empfänger erhält aber nicht beide Leistungen vollständig, sondern das Pflegegeld wird anteilig um den Wert der in Anspruch genommenen Pflegesachleistungen zur Verfügung gestellt. Hat man also z.B. 60 % der Pflegesachleistungen in Anspruch genommen, so erhält man noch 40 % der zustehenden Geldhöhe in Form des Pflegegeldes.

Kurzzeitpflege

Die Kurzzeitpflege wird dem Pflegebedürftigen nur für einen begrenzten Zeitraum gewährt. So kann die Kurzzeitpflege für maximal 4 Wochen pro Kalenderjahr beansprucht werden – in dem Fall, wenn temporär weder häusliche Pflege noch stationäre Pflege genutzt werden kann. Während der Kurzzeitpflege wird der Pflegebedürftige in einer Pflegeeinrichtung ganztägig betreut. Kosten der Unterkunft und der täglichen Verpflegung müssen jedoch während der Kurzzeitpflege vom Pflegebedürtigen selbst bezahlt werden.

Tages-und Nachtpflege (Teilstationäre Pflege)

Bei der teilstationären Pflege wird der Pflegebedürftige in einer Pflegeeinrichtung entweder tagsüber oder nachts gepflegt. Hierbei übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung die Kosten für pflegebedingte Aufwendungen, medizinische Behandlungspflege udn der sozialen Betreuung.
Zusätzlich werden Fahrtkosten zur Einrichtung und zurück erstattet. Kosten für Unterkunft und Verpflegung muss vom Pflegebedürftigen selbst getragen werden.

Vollstationäre Pflege

In den Fällen, wo die teilstationäre oder häusliche Pflege nicht in Betracht kommt, kann die gesetzliche Pflegeversicherung die vollstationäre Pflege zur Verfügung stellen. In diesem Fall enstehen dem Pflegebedürftigen bzw. seinen Familienangehörigen die höchsten Zuzahlungen.

Weitere Leistungen

  • Übernahme der Kosten für Hilfsmittel, die durch den Pflegebedürftigen verbraucht werden wie zum Beispiel Inkontinenzartikel oder Desinfektionsmittel.
    Diese Artikel werden bis 31 Euro pro Kalenderjahr übernommen.
  • Leihe von technischen Hilfsmitteln wie zum Beispiel Pflegebett oder Badewannenlifter
  • Kostenbeteiligung zu Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes bis zu max. 2.557 Euro je Kalenderjahr
  • Übernahme der Kosten für Pflegekurse von Angehörigen